Burgen und Schlösser in Nordrhein Westfalen


HOME | BURGEN | MUSEEN | RESTAURANTS | LOCATIONS | HOTELS | DJH | FREIZEIT | TERMINE | GALERIE | GESCHICHTE | EXTRAS




MITTELALTER | MITTELALTER ZEITTAFEL | FACHWÖRTER | BURGENKUNDE | RITTERKUNDE


Mittelalter (abgekürzt MA)

Bezeichnung für den Zeitraum (zwischen der Antike und der Neuzeit) vom Untergang des Weströmisches Reiches (476 n.Chr.) bis zur Entdeckung Amerikas (1492) durch Christoph Kolumbus. Die Bezeichnung "Mittelalter" bezieht sich in erster Linie auf die Geschichte Europas. Es gibt keine feste Epochengrenze. Die Datierungen sind nicht einheitlich. Im Groben ordnet man das Mittelalter in die Zeit von 500 n.Chr. bis 1500 ein.

Untergliederung des Mittelalters:
  • Frühmittelalter  (ca. 500 n.Chr. bis ca. 1000)
  • Hochmittelalter (ca. 1000 bis ca. 1250)
  • Spätmittelalter  (ca. 1250 bis ca. 1500)

Frühmittelalter ( ca. 500 bis ca. 1000 )

Im Jahr 400 n.Chr. umfasste das Weströmische Reich das heutige Italien, Frankreich, England, Spanien und Nordafrika. Innere Schwäche (u.a. Zerfall der Städte, schwache Zentralregierung, Zweihundertjähriger Kampf um die Führung) und Ansturm der Germanen führten 476 n.Chr. zum Untergang Roms. Um 500 n.Chr. war das ganze Weströmische Reich in viele selbständige germanische Königreiche aufgesplittert. Das Christentum (seit 380 n.Chr. Staatsreligion in Römischen Reich und nach dem Untergang Roms auch immer mehr unter Germanenstämmen verbreitet) war das einzige kulturelle Bindeglied zwischen den westeuropäischen Völkerschaften. Nach dem Untergang des Weströmisches Reiches gingen die Künste und Fertigkeiten der klassischen Zeit in großen Teilen Europas verloren. Die von den Römern geschaffene Infrastruktur (öffentliche Gebäude, Gerichte, Rechtswesen, Münzprägung, Handel und Gewerbe) verfiel. Die Versorgungslage wurde immer schlechter. Wirtschaftlich stellt das Frühmittelalter hauptsächlich eine Zeit der Naturalwirtschaft dar, wobei besonders das System der Grundherrschaft herauszustellen ist. Mit zunehmender Gesetzlosigkeit verfiel auch die Bildung. Durch die sogenannte Pippinische Schenkung erhält der Papst (754) neben seiner geistlichen auch die weltliche Macht. Das "finstere Mittelalter" stürzte Völker, die früher unter römischer Herrschaft Ordnung und Sicherheit erlebt hatten, in große Not.

Hochmittelalter ( ca. 1000 bis ca. 1250 )

Das Hochmittelalter ist die Epoche der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Macht, welcher die Einsetzung mehrerer Gegenpäpste zur Folge hatte. Es ist auch die Blütezeit des Rittertums und des Lehnswesen. Die Bevölkerung beginnt zu wachsen. Handel, Handwerk und Bildung werden gefördert. Im Laufe der Kreuzzüge entwickelt sich auch ein Fernhandel der die Geldwirtschaft an Bedeutung gewinnen lässt. In Mitteleuropa entsteht das Zunftwesen, das die sozialen und wirtschaftlichen Vorgänge in den Städten stark prägt. Im Zuge der fortschreitenden Christianisierung hatten sich in Europa neue Königreiche (England, Norwegen, Dänemark, Polen, Ungarn und Böhmen) gebildet. Die europäischen Staaten entwickeln immer mehr Macht.

Spätmittelalter ( ca. 1250 bis ca. 1500 )

Das Spätmittelalter ist die Zeit des aufsteigenden Bürgertums der Städte. Die Pest (Schwarze Tod), die ab 1347 von Südrussland kam, kostet fast die Hälfte der europäischen Bevölkerung das Leben. Die Entvölkerung führt zu Aufständen und einem Wandel der Sozialstrukturen, die das Rittertum zugunsten des Bürgertums schwächen. Kunst und Wissenschaften befinden sich im Aufbruch. Die ersten Universitäten werden gegründet. Die Erfindung des Buchdrucks (1450) beschleunigt die Vervielfältigung des Wissens. Die Hanse (Städtebund) bewirkt durch den schwunghaften Handel eine weitere Besiedelung Nord- und Osteuropas. Durch die Handelskontakte entstehen neue Fürstentümer. Durch die Eroberung Konstantinopels (war bis zum 28. März 1930 der Name des heutigen Istanbul) am 29.05.1453 nach 54-tägiger Belagerung durch die Osmanen (Türken) ging das letzte lebendige Staatsgebilde der Antike, das Byzantinische Reich (Oströmische Reich), unter. Nach dem Fall Konstantinopels brachten Flüchtlinge aus Byzanz, darunter zahlreiche Gelehrte, ihr naturwissenschaftlich-technisches Wissen und die alten Schriften der griechischen Denker in die westeuropäischen Städte und trugen dort maßgeblich zur Entfaltung der Renaissance (kulturelle Wiedergeburt der Antike) bei. In ihr wird der Mensch in seiner körperlichen Beschaffenheit in das Zentrum gesetzt und zum Maßstab für ein neues Ordnungssystem gemacht. Man kann die Renaissance als das Ende des Mittelalters und als Beginn der neuzeitlichen Weltsicht begreifen.