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Der
Begriff Burg bezeichnet in seiner epochenübergreifenden
Bedeutung einen in sich geschlossenen,
bewohnbaren Wehrbau in Frühgeschichte, Antike
und Mittelalter. Eine herausragende Rolle
spielte die Burg im Mittelalter, in dessen
Verlauf in Europa eine bis dahin unerreichte
Vielzahl von Burganlagen entstand und die Burg
als Institution eng mit der Organisationsform
der Grundherrschaft verbunden war. Im engeren
Sinne des Wortes bezeichnet Burg demnach vor
allem einen mittelalterlichen Wohn- und Wehrbau.
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Hinsichtlich
ihrer Erbauer und deren wohn- und
wehrtechnischen Zielsetzungen lassen sich
mittelalterliche Burganlagen unterscheiden in:
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- Reichsburgen
und Landesburgen, die in das
territoriale Herrschaftssystem eines Königs
oder Landesherrn eingebunden sind
- Adelsburgen,
die Adligen und ihrem unmittelbaren Gefolge
als standesgemäßer, wehrhafter Wohnsitz
dienen
- Kloster-
und Ordensburgen, die einer klerikalen
Gemeinschaft Schutz bieten bzw. Einfluss
sichern
- Stadtburgen
bzw. burgartig befestigte Städte
- Fliehburgen
oder Volksburgen, die einer
vollständigen lokalen Bevölkerung
vorübergehend als Rückzugsorte in Zeiten
der Gefahr dienen. Hierzu zählen auch
Kirchenburgen und Wehrkirchen, die in ihrer
Funktion als Fliehburg ebenfalls nur
temporär genutzt wurden
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In
der heutigen Verwendung des Wortes wird die
mittelalterliche Burg als bewohnter
Wehrbau vom neuzeitlichen Schloss als
unbefestigtem Wohn- und Repräsentativbau
einerseits und von der rein militärisch
genutzten Festung andererseits
unterschieden.
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- Schloss
- Ein Schloss ist ein groß angelegtes,
künstlerisch gestaltetes, stattliches
Gebäude, das dem Landesherrn oder anderen
Mitgliedern des Adels als Wohnsitz diente
- Festung
- Eine Festung ist eine eigenständige
Wehranlage permanenter Bauart, die
systematisch für die Verwendung von und den
Schutz gegen Feuerwaffen eingerichtet ist.
Festungen wurden seit dem 15. Jahrhundert
als Reaktion auf den Einsatz schwerer
Pulvergeschütze erbaut und waren bis zur
Mitte des 20. Jh. üblich
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Im
Sprachgebrauch des Mittelalters änderten sich
die Bezeichnungen für das, was heute als Burg
bezeichnet wird, im Verlauf der Zeit immer
wieder. Das althochdeutsche Wort burg
bezeichnete meistens größere befestigte
Siedlungen und Fliehburgen, wurde jedoch auch
allgemein für die Stadt angewendet. Im 13.
Jahrhundert wurden Burgen überwiegend hus
(Haus) und stein (Stein) genannt. Dann
verbreitete sich im 14. Jahrhundert die
Bezeichnung veste oder vestunge (Festung),
bis im 16. Jahrhundert Burgen schließlich
allgemein als schlos (Schloss) bezeichnet
wurden.
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Kennzeichnend
für eine Burg war ihre Überhöhung über das
umgebende Gelände sowie der kontrollierte
Zugang. Im Gebirgsraum errichtete man Höhenburgen
auf Bergspornen, an Hängen und häufig auf
schwer zugänglichen Berghöhen. Im Flachland
wurden dagegen auf künstlichen Erdanhäufungen
mit umlaufender Mauer und umgebendem
Wassergraben, sogenannte Motten, angelegt. Im
Mittelgebirgsraum kommen sowohl Höhen- und
Wasserburgen vor, wobei letztere in erster Linie
von Angehörigen des niederen Adels (sog.
kleinen Herrschaftsträgern) angelegt worden
sind. Die Lage hatte zwangsläufig einen
einschneidenden Einfluss auf die Größe und
Ausstattung einer Burganlage. Wenn Schutz durch
Steilhänge oder Felsbarrieren vorhanden war,
konnte auf aufwendige Hochbauten meist
verzichtet werden.
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Die
topografische Burgtypologie unterscheidet
begrifflich Burgen nach ihrer topografischen
Situation, d.h. zwischen Höhenburg/Felsenburg
und Niederungsburg/Flachlandburg.
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- Höhenburg
ist eine auf einer natürlichen Anhöhe
errichtete Burg. Als im 10./11. Jahrhundert
Burgen ihren reinen Festungscharakter
verloren und in verstärktem Maße adlige
Wohnburgen aufkamen, wurde die Höhenburg
aufgrund ihrer besseren Verteidigungsmöglichkeiten
bevorzugt. Fast 66 Prozent aller heute
bekannten Burgen weisen eine solche Höhenlage
auf. Anfangs war die Errichtung einer Höhenburg
nur dem dynastischen Adel vorbehalten. Ab
dem 12. Jahrhundert erbauten auch vornehme
Reichministeriale repräsentative Höhenburgen,
denen schließlich im 13. Jahrhundert auch
der niedere Adel folgte. Höhenburgen können
anhand ihrer genauen Höhenlage noch weiter
unterteilt werden. Man unterscheidet
zwischen: Gipfelburgen,
die auf dem Gipfel oder dem Rücken eines
rundherum steilen Berges liegen. Hangburgen,
die am Hang eines Berges errichtet wurden
und so von einem ansteigenden Gelände überhöht
werden und Spornburgen, die an drei
Seiten von steil abfallendem Gelände
begrenzt sind und daher nur zu einer Seite
des Berges verteidigt werden mussten.
- Felsenburg
ist eine mittelalterliche
Befestigungsanlage, die hauptsächlich in
der südlichen Pfalz (Pfälzerwald), im nördlichen
Elsass (Nordvogesen) sowie in Nordböhmen
und der Sächsischen Schweiz anzutreffen
ist, wo große Sandsteinfelsen Ausgangspunkt
für den Bau von Wehranlagen sind. Der
Burgfelsen ist immer in die Anlage
einbezogen. Häufig werden aus ihm Räume, Gänge,
Treppen, Brunnenschächte und Zisternen
herausgeschrotet. Die Gebäude auf und am
Burgfelsen sind häufig als Stein- oder
Fachwerkhäuser ausgebildet und nutzen den
Burgfelsen als Fundament oder Wand. Die
meisten Felsenburgen entstanden im 12. und
13. Jahrhundert und sind inzwischen vielfach
zerstört.
- Weitere
Begriffe: Hügelburg, Kammburg,
Talrandburg, Zungenburg
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- Niederungsburg
(auch Flachlandburg oder Tieflandburg
genannt) Der Begriff bezeichnet Burgen, die
im Flachland oder in einer Talsohle liegen.
In Deutschland sind etwa 34% der
nachgewiesenen Burganlagen diesem Typ
zuzurechnen. Da Niederungsburgen nicht den
Verteidigungsvorteil einer natürlichen
Höhenlage haben, wurden bevorzugt andere
gut zu verteidigende Bauorte gewählt, wie
beispielsweise Fluss- oder Seeinseln oder
Sumpfland. Fehlten solche natürlichen
Hindernisse, kam den künstlichen
Annäherungshindernissen, wie
wassergefüllten oder trockenen Gräben,
Wällen, Palisaden und Ringmauern eine
erhöhte Bedeutung zu. Für die Überhöhung
gegenüber dem umliegenden Gelände konnten
künstliche Erdaufschüttungen angelegt
werden (wie bei der Motte), und auch
Wehrtürme erfüllten diesen Zweck. Die frühmittelalterlichen
Anlagen (unter anderem slawische Burgen,
Wikingerburgen, sächsische Burgen) besitzen
oft einen schmalen tiefen Graben und hohe
und steile Erdwälle. Sie dienten meist dem
Schutz von Flussübergängen und waren
Wohnsitze des Adels. Niederungsburgen sind
naturgemäß vor allem in Tiefebenen
anzutreffen, so beispielsweise im
Norddeutschen Tiefland oder in den
Niederlanden. Aber auch in
Gebirgslandschaften wurden vereinzelt
Niederungsburgen angelegt.
- Wasserburg:
Burgtypen, die Wasser als
Annäherungshindernis nutzen
- Flussburg:
An einem Flussufer errichtete Burg. In der
Regel zusätzlich von Wassergräben umgeben,
die vom Flusswasser gespeist werden.
- Talburg:
Burg in einer Talsole. Eine Sonderform sind
sogenannte Talsperren, bei denen Wehranlagen
im Tal durch Mauern mit Hang- oder
Gipfelburgen verbunden sind, so dass dieser
Burgtyp eine Kombination aus Höhenburg und
Niederungsburg darstellt
- Weitere
Begriffe: Hafenburg, Inselburg,
Sumpfburg, Uferburg
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Textbearbeitung: AAM WEB / Quelle: Wikipedia
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