|
Zeittafel/Geschichte:
-
Im Jahre 1017 wurde
Lembeck (Lehembeke) erstmals
genannt, als Kaiser Heinrich II. dem
Paderborner Dom Güter in der Gegend
schenkte. Mit Adolf von Lembeck trat
in den Jahren 1177 und 1184 das
Geschlecht einer Familie gleichen
Namens in den Urkunden des Bischofs
von Münster auf. Etwa 50 Jahre später
wurde ein Besitzer des Haupthofes
als Ministerialer des Landes erwähnt
und als Ritter bezeichnet. Im Wappen
wurde schon damals das silberne
Nesselblatt mit drei Nägeln in
rotem Felde geführt. Die Herren von
Gemen und Raesfeld waren verwandt
und halfen in den Fehden gegen
umliegende Nachbarn. Das Gebiet
erstreckte sich über die Dörfer
Lembeck, Holsterhausen, Wulfen,
Hervest, Rhade, Erle und
Altschermbeck; es wurde schon im
Mittelalter als die
"Herrlichkeit Lembeck"
bezeichnet, in der die
Gerichtsbarkeit ausgeübt wurde. Das männliche
Geschlecht erlosch mit Johann von
Lembeck im Jahre 1526. Seine Tochter
Berta vermählte sich mit Bernhard
von Westerholt aus dem benachbarten
Vest Recklinghausen, der ein
Vertrauter des Fürstbischofs von Münster
war. In dieser Eigenschaft hatte er
auch die Verhandlungen mit den aufrührerischen
Täufern in der Stadt Münster geführt.
Bezeichnend für die Anschauungen
des Humanismus war, dass der Sohn
Bernhard und der Enkel Mathias von
Westerholt zum Calvinismus übertraten.
Erst 1621, im
Verlauf der Gegenreformation, wurde
in Lembeck wieder der erste
katholische Gottesdienst abgehalten.
Während des spanisch-niederländischen
Krieges und in den folgenden Jahren
des Dreißigjährigen Krieges hatte
das Gebiet schwer zu leiden. Die
Familie geriet in Schulden und
musste die Besitzung im Jahre 1631
an die holländische Linie derer von
Westerholt-Hackfurt verkaufen. Im Jahre 1702
erlosch dieser Zweig mit Dietrich
Conrad AdoIf der zu Macht und Geld
gekommen sein muss, da er dem
Schloss die heutige Gestalt gegeben
hat. Seine Tochter Maria Josefa
verheiratete sich 1708 mit dem
Wolbecker Drosten Ferdinand Dietrich
Freiherr von Merveldt zu
Westerwinkel, dessen Vater 1726 in
den Reichsgrafenstand erhoben wurde.
Die Witwe des verstorbenen
Westerholt-Hackfurt wirkte noch
weiterhin segensreich und stiftete
1726 in der Bauernschaft Endeln die
Michaeliskapelle‚ die
von Johann Conrad Schlaun
(1695-1773) erbaut worden ist. Die Familie
Merveldt ist noch im Besitz der
Anlage, die heute ein Karmelittinen
Kloster beherbergt. Ihr entstammte
auch Reichsgraf Maximilian
Friedrich, der sich in der Völkerschlacht
von Leipzig als Feldherr und später
als Staatsmann in kaiserlichen
Diensten auszeichnete. Er ruht in
der Familiengruft unter der
Michaeliskapelle. Im Jahre 1814 kam
die "Herrlichkeit Lembeck"
an Preußen. 1887 brannte der
Nordflügel der Vorburg mit den
beiden Türmen nieder, der
landwirtschaftliche Stallungen
beherbergte. Seit der Zeit hat
die Anlage ihr charakteristisches
Bild, bestehend aus Haupt- und
Vorburg mit je 2 Flügeln und 3 Türmen.
Der barocke Park mit symmetrischen
Wegeachsen wurde im 19. Jahrhundert
in einen englischen Garten mit
Exoten und Rhododendron umgewandelt.
In dem Moorboden des Lembecker
Wienbach-Tales gedeihen die "Alpenrosen" so gut, dass 1967
und 2003 die Parkfläche verdoppelt
wurde. Frühjahrsblüher,
Rhododendron und Rosen verleihen dem
Garten zu jeder Jahreszeit seine
eigene farbliche Strahlkraft. Maria-Josefa Freifrau von Twickel,
geb. Gräfin Merveldt und ihr Gatte
Johannes öffneten ihr Haus nach
Reparatur der Kriegsschäden Anfang
der 1950er Jahren der Öffentlichkeit.
Der Einrichtung des Schlossmuseums
im Hochparterre folgte 1965 der Umbau
der ehemaligen Schlafzimmer im
Obergeschoss zu Hotelzimmern und des
Kellergeschosses zu Restaurant und
einer Galerie für den Maler Hans
Hubertus Merveldt.
|
|