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Zeittafel/Geschichte:
- Das
heutige Schloss ist der Nachfolgebau
einer Wasserburg des 16.
Jahrhunderts der Herren von von
Morrien. Es wurde von 1703 bis 1734
in mehreren Bauetappen vom Fürstbischof
Friedrich Christian von
Plettenberg-Lenhausen begonnen und
von seinem Neffen, dem
Premierminister Ferdinand von
Plettenberg vollendet.
- Die
Architekten des Gebäudekomplexes
waren Gottfried Laurenz Pictorius,
ab 1706 Peter Pictorius der Jüngere
und ab 1724 Johann Conrad Schlaun.
Der Mittelpunkt des Schlosses ist
das Hauptgebäude, das Corps de
Logis, von dem aus sich die
niedrigeren Flügelbauten, die unter
anderem die Schlosskapelle
enthalten, fortentwickeln und
U-förmig den Ehrenhof umschließen.
Der gesamte Baukomplex ist im
höchsten Maße symmetrisch und in
dieser Form ein klassisches Beispiel
einer komplett erhaltenen
Barockanlage, wenngleich im frühen
20. Jahrhundert ergänzt.
- Das
Schloss gelangte 1833 an den Grafen
von Esterházy, dessen Familie es
1903 an den Herzog Engelbert Maria
von Arenberg veräußerte. In den
Jahren um 1909/1914 wurde das
Schloss auf seinen heutigen Umfang
erweitert. 1933 übernahm die neu
gegründete Arenberg-Nordkirchen
GmbH mit dem umliegenden Grundbesitz
auch das Schloss Nordkirchen. Das
Schloss wurde 1959 an das Land
Nordrhein-Westfalen verkauft, in späteren
Jahren auch die benachbarte
Oranienburg und der Schlosspark,
zuletzt im Jahre 2004 auch das südlich
angrenzende Waldgebiet Tiergarten
zusammen mit insgesamt über 1.000
Hektar umliegender Wälder.
- Gärten
und Alleen des Schlosses sind reich
mit Skulpturen verziert.
- Die erste
belegbare Lieferung von
Gartenskulpturen erfolgte im Jahr
1721 durch den Münsteraner
Bildhauer Johann Wilhelm Gröninger.
Die von Gröninger gestalteten
antiken Götterfiguren wurden 1725
nach Plänen von Johann Conrad
Schlaun zwischen den Bäumen der neu
angelegten Kastanienallee
aufgestellt. Weitere Skulpturen
stammen von den Bildhauern Panhoff
und Ch. Manskirch. Etliche Figuren
im Umfeld des Schlosses sind
inzwischen verwittert oder beschädigt.
Viele der neueren Skulpturen stammen
aus den Jahren 1903–1907, als die
Gärten im barocken Stil restauriert
wurden, besonders im Bereich des
heute "Venusinsel"
genannten Gartens auf der Insel nördlich
des Hauptschlosses, mit dem es durch
eine Terrassentreppe verbunden ist.
Schloss Nordkirchen beherbergt seit
1958 die Fachhochschule für
Finanzen Nordrhein-Westfalen. Teile
des Schlosses sind jedoch für
Besucher freigegeben und können
ebenso besichtigt werden wie der
Park. Im Schloss ist zudem ein
Restaurant untergebracht. Die
Schlosskapelle kann für Trauungen
gebucht werden. Schloss und Park
wurden von der UNESCO als "Gesamtkunstwerk
von internationalem Rang" für
schutzwürdig erklärt. Das
Schloss Nordkirchen wird aufgrund
seiner Ausmaße und der barocken
Gestaltung auch als das "Westfälische
Versailles" bezeichnet. Es ist
das größte Wasserschloss
Westfalens.
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