Burgen und Schlösser in Nordrhein Westfalen


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Falkenhof
Tiefe Straße 22
48431 Rheine / Münsterland

Eigentümer/Betreiber: Stadt Rheine
Telefon: -
Telefax: -
Internet: Homepage

Falkenhof um 1850. Lithographie





Zeittafel/Geschichte:
  • Im Jahr 838 schenkte Kaiser Ludwig den damals als „Gut Reni“ bezeichneten Falkenhof dem Marienkloster in Herford. Das Stift gab den Hof zur Bewirtschaftung an adlige Gefolgsleute weiter. Nach den um 1282 erwähnten Herren von Hake wohnten hier unter anderem die von Valke, denen der Hof seinen Namen zu verdanken hat.
  • In den Jahren 1521 bis 1799 bewohnte die Familie von Morrien das Anwesen und verlieh ihm sein heutiges Erscheinungsbild. Durch den Ankauf angrenzender Häuser und Höfe vergrößerte sich der Falkenhof kontinuierlich.
  • Weitere umfassende Veränderungen erlebte der Falkenhof in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Besitzer ließen den Westbau anfügen, so entstand die heutige dreiflüglige Anlage. Ganz im Sinne des barocken Zeitgeschmacks setzten die Bauherren zur Betonung der neu gewonnenen Symmetrie eine große doppelläufige Treppe vor den Mittelbau. Zur Stadt hin öffneten sie die Hofmauer und gaben so den Blick auf die schlossartige Anlage frei.
  • Auch die öffentliche Nutzung des Hofes ab der Mitte des 19. Jahrhunderts führte zu mehrfachen Veränderungen der Innenaufteilung der Gebäude. Heute ist nur noch der gartenseitige Ostflügelanbau erhalten, der das Erscheinungsbild des Falkenhofs seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mitbestimmt. Im Jahr 1940 kaufte die Stadt Rheine den Falkenhof. Nach wechselnder Nutzung als Vereinsheim, Jugendherberge, Schule oder auch Rathaus baute die Stadt auf dem Hof seit den 1950er Jahren das städtische Museum auf. Bei den Ausschachtungsarbeiten für den neuen Treppenturm wartete auf die Archäologen eine Sensation: Man entdeckte in vier Metern Tiefe unterirdische Gänge. Die Gänge dienten den früheren adligen Hofbesitzern zur Abfallentsorgung. Die Archäologen konnten eine beachtliche Anzahl von Gebrauchsgegenständen vom 17. bis 19. Jahrhundert bergen und im Museum ausstellen. Besucher können durch Glasplatten hindurch in die Tiefe der unterirdischen Gänge blicken. Führungen auf Voranmeldung.



Quelle: www.muensterland.de / Lithographie: Sammlung Alexander Duncker / Bilder: AAM-WEB

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